Vietnam Backpacking: Route, Highlights & Reisetipps (aktuell)

Vietnam Backpacking: Route, Budget & Tipps aus eigener Erfahrung

Rikschas warten in Vietnams Altstadt auf Fahrgäste

Vietnam hat mich gleich zweimal für je vier Wochen erwischt – und es war beim zweiten mal nicht weniger schön. Einmal habe ich mich fast ausschließlich auf den Norden konzentriert, beim zweiten Mal sind wir von Hoi An die gesamte Küste runter bis Ho-Chi-Minh-City gefahren. Was mich bis heute nicht loslässt: der Norden. Die Hochlagen, die Reisterrassen, die Bergvölker – und der Ha-Giang-Loop als ein absolutes Highlight meiner bisherigen Reisegeschichte. Hier ist mein ehrlicher Backpacking-Artikel, mit allem was du wissen musst – und Links zu meinen Detailguides für jede Destination.

Meine Vietnam-Erfahrung

Auf meiner ersten Vietnam-Reise war der Norden das Herzstück: Ha-Giang, die Grenze zu China, Roller durch endlose Schluchten und Reisterrassen. Was mich am meisten beeindruckt hat, waren die Bergvölker – die ethnischen Minderheiten, die in den Hochlagen noch ein ursprünglicheres Leben führen als in den touristischen Zentren. Das Klima ist milder als im Süden, manchmal regnerisch, aber genau deshalb so unglaublich grün. Diese Kombination aus Felsen, Nebel und sattgrünen Terrassen ist schwer zu beschreiben – du musst es einfach selbst gesehen haben.

Beim zweiten Trip haben wir dann die andere Seite kennengelernt: Hoi An als entspannter Mittelweg zwischen Kultur und Strand, Hué als heiße aber interessante Kaiserstadt, und die lange Strecke Richtung Süden. Vietnam ist kulinarisch unglaublich vielfältig – von Banh Mi (das Baguette-Sandwich, ein koloniales Erbe) über Sommerrollen bis zu frischen Pho-Varianten in jedem Landstrich. Und Bia Hoi, das frische Straßenbier für Centbeträge, ist ohnehin Pflicht.

Mein ehrliches Fazit:

Vietnam ist eines der abwechslungsreichsten Länder Südostasiens – und gleichzeitig eines der günstigsten. Was mich überrascht hat: Wie groß die Unterschiede zwischen Nord und Süd sind, nicht nur klimatisch, sondern kulturell und kulinarisch. Wer wirklich verstehen will, was Vietnam zu bieten hat, sollte beide Welten erleben. Und der Norden gewinnt für mich jedes Mal.

Route: 2, 3 oder 4 Wochen

Vietnam ist lang – über 1.600 km von Nord nach Süd. Die klassische Richtung ist Hanoi → Ho-Chi-Minh-City (oder umgekehrt). Je nach verfügbarer Zeit würde ich es so aufteilen:

2 Wochen – Norden pur: Hanoi (2) → Ninh Binh (2) → Ha-Giang-Loop (3–4) → zurück Hanoi → Halong-Bucht (2). Wer Zeit spart und den Norden intensiv erleben will – das ist die Route.

3 Wochen – Nord + Zentral: Hanoi (2) → Ninh Binh (2) → Ha-Giang-Loop (3) → zurück Hanoi → Flug nach Da Nang → Hué (2) → Hoi An (3–4) → Flug nach HCMC (2).

4 Wochen – die komplette Strecke: Hanoi → Ha-Giang-Loop → Ninh Binh → Halong → Flug nach Da Nang → Hué → Hoi An → HCMC → Mekong-Delta. Das ist anspruchsvoll, aber machbar – genau das haben wir auf unserer zweiten Reise gemacht.

Tipp: Je nach Reisezeit lohnt es sich, die Richtung umzudrehen. Im Sommer ist Zentral-Vietnam anfälliger für Stürme – dann lieber mit dem Süden beginnen und nach Norden arbeiten.

Top-Highlights aus eigener Erfahrung

Das sind nicht einfach die bekanntesten Orte – das sind die, die mich wirklich beeindruckt haben:

Ha-Giang-Loop – mein absolutes Highlight. Vier Tage auf dem Roller durch das nördlichste Vietnam, entlang der chinesischen Grenze, durch Schluchten, Felslandschaften und Reisterrassendörfer. Wir sind den Loop komplett auf eigene Faust gefahren – ohne Guide, ohne Tour. Das war eine der besten Entscheidungen dieser Reise. Alles dazu im Detailguide.

Halong-Bucht – aber die Alternative. Wir haben bewusst nicht die klassische Massentouristenkreuzfahrt gemacht, sondern die ruhigere Alternative gewählt – mit Übernachtung auf dem Wasser, ohne hundert andere Boote um uns herum. Ein tolles Erlebnis, wie es sein sollte. Alle Details dazu im Halong-Guide.

Hoi An – everybody’s darling, zu Recht. Ich war skeptisch ob der ganzen Schwärmerei, aber Hoi An verdient den Hype. Eine entspannte Stadt zum Verweilen: mit dem Fahrrad durch die Reisfelder fahren, am Strand spazieren, sich Klamotten schneidern lassen, kulinarisch durch die Altstadt streifen – oder mal wieder was Westliches essen, wenn man einfach eine Pause braucht. Mehrere Tage sind hier gut investiert.

Ninh Binh – die stille Alternative zur Halong-Bucht. Flusslandschaften, Pagoden, Boot durch Felsformationen – aber ohne das Gedränge. Wer die Halong-Bucht schon gesehen hat (oder überspringen will), findet hier ein ähnlich beeindruckendes Panorama, zu einem Bruchteil der Touristendichte.

Hué – heiß, historisch, unterschätzt. Als wir dort waren, war es brutał heiß – aber die Stadt hat mich trotzdem gepackt. Die ehemalige Kaiserstadt, die Zitadelle, und eine Restaurantstraße mit überraschend internationalem Angebot (indisches Essen als willkommene Abwechslung). Nicht lange bleiben, aber auf jeden Fall einen Stopp wert.

Angel’s Eye & Detian-Wasserfälle – Geheimtipp an der Grenze. Einer der größten Wasserfälle Asiens, direkt an der Grenze zu China – und noch kaum auf dem Radar des Massentourismus. Wer im Norden unterwegs ist, sollte diesen Abstecher einplanen.

Beste Reisezeit für Nord, Zentral & Süd

Vietnam hat kein einheitliches Klima – der Norden, Zentrum und Süden folgen unterschiedlichen Rhythmen:

Nordvietnam (Hanoi, Ha-Giang, Ninh Binh): Am besten März–April und September–November. Mild, klare Sicht auf die Berglandschaften, Reisterrassen in vollem Grün. Im Winter kann es im Hochland empfindlich kühl werden.

Zentralvietnam (Hué, Hoi An): Februar bis August ist angenehm. Ab Spätsommer häufen sich Stürme und Taifune – als ich in Hué war, war die Hitze schon Ende April enorm.

Südvietnam (HCMC, Mekong): Ganzjährig warm. Trockenzeit grob Dezember bis Mai, Regenzeit Juni bis November – aber auch in der Regenzeit ist Reisen gut möglich.

Faustregel: Wer flexibel ist, plant den Norden für Frühjahr oder Herbst und kombiniert dann Zentral/Süd dazu.

Budget & Kosten

Vietnam ist eines der günstigsten Reiseländer Südostasiens – wer will, kommt mit wenig aus:

Kategorie Budget-Backpacker Komfort
Unterkunft 5–12 € (Hostel Dorm) 20–40 € (Guesthouse/Hotel)
Essen 5–10 € (Street Food) 15–25 € (Restaurants)
Transport 5–10 € (Bus/Roller) 15–30 € (Zug/Inlandsflüge)
Aktivitäten 5–10 € 15–30 €
Gesamt/Tag ca. 30–40 € ca. 60–90 €

Bia Hoi – das frische Straßenbier – kostet manchmal weniger als 50 Cent. Street Food ist nicht nur günstig, sondern oft besser als jedes Restaurant. Wer sich kulinarisch einlässt und täglich etwas Neues ausprobiert, wird Vietnam auf ganz andere Weise erleben.

Transport in Vietnam

Bus: Die günstigste und verbreitetste Option. Nachtbusse sparen Zeit und eine Übernachtung – Komfort ist ok, Fahrer fahren manchmal halsbrecherisch. Auf den touristischen Routen zwischen den Hauptzielen funktioniert das gut.

Roller/Scooter mieten: Im Norden ein Muss. Der Ha-Giang-Loop ist auf dem Roller eine ganz andere Erfahrung als mit dem Bus – du hältst an wo du willst, fährst dein eigenes Tempo, bist Teil der Landschaft statt Zuschauer. Lokale Verleihstationen in jeder größeren Stadt, Tagesmiete ca. 5–10 €.

Zug: Entspannter als der Bus, ideal für lange Strecken auf der Nord-Süd-Achse. Schöne Küstenabschnitte zwischen Da Nang und Hué. Etwas teurer, aber die Fahrt ist es wert.

Inlandsflüge: Für große Distanzen (z.B. Hanoi → Da Nang oder HCMC) oft erstaunlich günstig – Vietjet und Bamboo Airways haben regelmäßig Angebote unter 30 €.

Visum für Vietnam

Deutsche Staatsbürger können aktuell ein E-Visum online beantragen – das geht bequem von zu Hause aus und ist bei der Einreise ausgedruckt mitzuführen.

Praktische Tipps vor der Reise

  • SIM-Karte: Direkt am Flughafen kaufen – Viettel oder Vietnamobile, gutes Netz, günstig. Alternativ vorab eine eSIM besorgen.
  • Bargeld: Außerhalb der Städte dominiert Cash. ATMs sind verbreitet, aber Gebühren einplanen. Mit Wise-Karte sparst du dir die meisten Gebühren.
  • Offline-Maps: Maps.me oder Google Maps offline speichern – besonders im Norden wichtig, wo das Netz manchmal dünn ist.
  • Englisch: In Touristenzentren kein Problem. Im Norden und abseits der Routen wird’s schwieriger – ein paar vietnamesische Grundbegriffe und eine Übersetzungs-App helfen enorm.
  • Klima-Layering: Im Norden (besonders Ha-Giang) kann es auch im Sommer abends kühl werden. Eine dünne Jacke ist Pflicht, auch wenn du im Süden startest.
  • Roller fahren: Internationaler Führerschein mitbringen. Helm immer tragen – nicht nur weil Pflicht, sondern weil der Verkehr in Vietnam eine eigene Wissenschaft ist.

Alle Vietnam-Guides auf Travelsloth

Für jedes Ziel gibt es einen eigenen Detailguide mit konkreten Infos zu Anreise, Unterkunft, Highlights und Kosten:

  • Ha-Giang-Loop – der spektakulärste Motorradtrip Vietnams, entlang der chinesischen Grenze
  • Halong-Bucht – Kalksteinfelsen, Meereshöhlen & wie du die Touristenmassen umgehst
  • Ninh Binh – die stille Alternative zur Halong-Bucht, mit Boot durch Felslandschaften
  • Hoi An – Laternenstadt, Strand und das beste Street-Food der Zentralküste
  • Hué – Kaiserstädte, Zitadelle und eine unterschätzte Restaurantszene
  • Angel’s Eye & Detian-Wasserfälle – Geheimtipp im äußersten Norden, direkt an der Grenze zu China

FAQ: Vietnam Backpacking

Für den Norden oder den Süden reichen 2–3 Wochen gut. Für die komplette Nord-Süd-Strecke plane mindestens 4 Wochen ein – weniger und du hetzt nur durch. Ich war zweimal je vier Wochen dort und hätte jedes Mal länger bleiben können.

Als Budget-Backpacker kommst du mit 30–40 € pro Tag gut aus – Hostel-Dorm, Street Food, lokale Busse. Wer etwas mehr Komfort will, kalkuliert 60–80 €. Vietnam ist eines der günstigsten Reiseziele Südostasiens.

Ja, Vietnam gilt als vergleichsweise sicheres Reiseland. In touristischen Zentren auf Taschendiebstahl achten, im Verkehr defensiv fahren (besonders auf dem Roller) und nachts in unbekannten Gegenden Vorsicht walten lassen – das war’s im Wesentlichen.

Deutsche Staatsbürger benötigen ein Visum. Das praktischste ist aktuell das E-Visum, das du bequem online beantragen kannst. Den kompletten Ablauf erkläre ich in meinem Vietnam-Visum-Guide.

Das hängt vor allem von der Reisezeit ab. Für den Norden (Ha-Giang, Ninh Binh, Halong) ist Frühjahr oder Herbst ideal. Wer im Sommer reist, fährt besser mit dem Süden an und arbeitet sich hoch. Persönlich empfehle ich: Norden zuerst, Süden als Abschluss – weil der Norden für mich das größere Erlebnis war.

In den Städten und auf bekannten Strecken geht das mit etwas Übung. Für den Ha-Giang-Loop würde ich ohne Erfahrung allerdings eine geführte Tour empfehlen – die Strecken sind anspruchsvoll und teilweise schmal. Internationalen Führerschein immer mitnehmen.

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Hi, ich bin Julian – immer auf der Suche nach echten Begegnungen, neuen Perspektiven und Abenteuern abseits der Komfortzone. Ich reise abenteuerlich, spartanisch, möglichst nachhaltig und mit einem reflektierten Blick auf die Welt. Für mich entstehen die größten Erlebnisse, wenn man Dinge selbst in die Hand nimmt und versucht, wie ein Local zu leben. Den Charakter eines Landes entdeckt man nicht im Hotelbuffet, sondern auf der Straße – zwischen Garküchen, Märkten und spontanen Gesprächen. Read More

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