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Mabul Island auf einen Blick
Pulau Mabul liegt vor der Küste Sempornas (Sabah, Malaysia) — winzig (ca. 800 m × 500 m), aber weltbekannt bei Tauchern. Das legendäre Sipadan liegt nur wenige Kilometer entfernt. Ich war mit gemischten Erwartungen dort. Was ich vorgefunden habe, war ehrlich gesagt anders als erwartet — über Wasser zumindest. Unter Wasser war es eines der beeindruckendsten Erlebnisse meiner bisherigen Reisen.
Quick Facts
- 📍 Lage: Vor Semporna, Sabah (Borneo)
- 🤿 Highlights: Makro-Dive-Spots um Mabul/Kapalai + Tagestrips nach Sipadan
- 🚤 Transfer: 45 Min Boot ab Semporna (meist über Unterkunft/Dive Shop)
- 💸 Kosten grob: Budget-Zimmer ab ~90 MYR p.P. mit VP; Dives ~80 MYR; Schnorcheln ~30 MYR
- 🧭 Erwartung: Unter Wasser top – an Land einfache Standards und sichtbare Müllthemen
Die Realität auf Pulau Mabul
Ich sag’s direkt: Mabul ist nicht das tropische Paradies das die Hochglanz-Fotos versprechen. Die Insel ist dicht bebaut, die wenigen öffentlichen Strandabschnitte sind verschmutzt, und Plastik liegt überall herum — nicht weil es niemanden interessiert, sondern weil die Infrastruktur auf einer so kleinen, so dicht besiedelten Insel schlicht nicht mithalten kann.
Die teureren Resorts haben ihre eigenen gepflegten Strandabschnitte — aber die sind privat. Was außerhalb davon liegt, gehört niemandem und wird von niemandem aufgeräumt. Das ist keine Kritik an den Menschen dort, sondern ein strukturelles Problem das sich durch den Tourismus noch verschärft hat. Wer ein teures Resort bucht in der Hoffnung auf karibisches Flair, wird trotzdem enttäuscht sein — denn die Insel dahinter bleibt dieselbe.
Trotzdem: Schon beim ersten Schnorcheln wird klar warum Mabul so viele Taucher anzieht. Die Artenvielfalt direkt vor der Insel ist beeindruckend, und sie entschädigt für vieles was an Land nervt.


Bevölkerung & Kultur: Bajau Laut & Suluk
Bajau Laut – „Seenomaden“ zwischen Tradition & Gegenwart
Was mich auf Mabul am meisten beschäftigt hat, war nicht das Tauchen — sondern die Menschen. Viele Bajau Laut haben ihre Wurzeln auf den Philippinen und sind bis heute staatenlos. Das bedeutet: kein Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung oder formaler Arbeit. Traditionell lebten sie auf Booten und in Stelzendörfern auf dem Wasser — heute zwingen staatliche Regularien viele zur Sesshaftigkeit, oft unter schwierigen Bedingungen.
Du wirst Boote sehen die Fisch an die Resorts verkaufen. Das ist eine der wenigen Einnahmequellen für Treibstoff und den Alltag. Es lohnt sich, das im Kopf zu behalten wenn man als Tourist dort ankommt.
Suluk-Community – sesshaft und anerkannt
Die Suluk (ebenfalls mit philippinischen Wurzeln) sind im Gegensatz zu den Bajau Laut offiziell anerkannt und sesshaft. Sie leben unter anderem von Fischerei, kleinbäuerlicher Landwirtschaft und Viehzucht.

🤝 Hinweis: Bitte respektvoll fotografieren (vorher fragen), Müll vermeiden und lokale Anbieter fair bezahlen.
Anreise nach Mabul
Startpunkt ist fast immer Semporna. Von dort organisieren Unterkünfte und Dive Shops den Bootstransfer (~45 Min). Individuelle Fahrten sind teils möglich, aber offiziell oft eingeschränkt — besser vorab klären.
🚌 Mit dem Bus nach Semporna
Die günstigste und entspannteste Option: Fernbusse z. B. ab Kota Kinabalu, ca. 12 Stunden, ~18 €. In der Hochsaison empfiehlt sich Vorbuchen. Es gibt auch Nachtbusse.
✈️ Flug nach Tawau (Option)
Schneller, aber weniger nachhaltig: Flug nach Tawau, dann ~1,5 Stunden Straße nach Semporna. Da die Busse gut funktionieren, ist der Landweg die grünere Wahl.
🚤 Weiter nach Mabul
Der Bootstransfer ist meist im Unterkunfts- oder Dive-Paket enthalten. Für Individualtransfers gilt als Richtwert ~100 MYR (~22 €) für die Hin- und Rückfahrt. Wichtig: Keine Nachtfahrten — weder aus Sicherheitsgründen noch wegen der schlechten Sicht.
Unterkünfte auf Mabul – meine Erfahrung
Booking-Fotos vs. Realität: Die Diskrepanz ist auf Mabul größer als anderswo. Ich hab bewusst Budget gewählt und im Mabul Backpackers übernachtet — und würde es nicht empfehlen.
Meine Erfahrung im Mabul Backpackers
~90 MYR p.P. (~20 €) mit Vollpension — klingt nach einem Deal, ist es aber nur bedingt. Das Zimmer war sehr einfach, das Bettlaken nicht sauber. In einer Nacht ist meine Reisebegleiterin aufgewacht und hatte rote Ameisen am ganzen Körper — das war der Tiefpunkt des Aufenthalts. Das Essen war basic und wechselhaft: Frühstück meistens gebratene Nudeln mit Spiegelei, mittags und abends Hähnchen, Fisch oder Gemüse, für Vegetarier oft nur Omelette.
Was fair war: das Team war freundlich und hilfsbereit, und die Preise für Touren waren in Ordnung — ~80 MYR pro Dive, ~30 MYR pro Schnorcheltrip.
Mein Fazit zur Unterkunft: Wenn dir absolute Basics reichen und du hauptsächlich tauchst, geht es durch. Für alles andere würde ich ein paar Euro mehr ausgeben und eine Stufe höher buchen. Ein teures Resort auf Mabul buchen würde ich trotzdem nicht — aus den oben genannten Gründen. Die Insel ist nicht das was die Resort-Fotos versprechen.

Tauchen & Schnorcheln rund um Mabul
Das ist der eigentliche Grund nach Mabul zu kommen — und hier enttäuscht die Insel nicht. Mein Ablauf war: Tag 1 Schnorcheln direkt um die Insel, Tag 2 Tauchgänge um Mabul, Tag 3 Sipadan. Jeder einzelne Tag war ein Erlebnis für sich.
Was ich gesehen habe:
- Schildkröten — viele, überall, komplett unbeeindruckt von Tauchern
- Weißspitzen-, Schwarzspitzen- und Graue Riffhaie
- Masken-Igelfisch, Barrakudas, Lobster, Napoleonfisch
- Makro bis zum Abwinken — ideal für Unterwasserfotografie
Sipadan ist dabei noch mal eine eigene Kategorie. Die Dichte an Meerestieren dort ist schwer in Worte zu fassen — ich hab in einem einzigen Tauchgang mehr Schildkröten gesehen als in den Jahren davor zusammen. Das klingt wie eine Übertreibung, ist es aber nicht.
🎟️ Wichtig: Sipadan-Permits sind stark limitiert — möglichst frühzeitig reservieren! Alternativen direkt um Mabul: Kapalai, Paradise 1/2, Eel Garden, Lobster Wall u. a.

Fazit: Lohnt sich Mabul?
Mabul ist eine Insel voller Widersprüche. An Land: dicht bebaut, verschmutzt, strukturell vernachlässigt. Unter Wasser: absolute Weltklasse. Wer wegen des Strandes kommt, wird enttäuscht. Wer wegen des Tauchens kommt — und bereit ist, an Land einfache Verhältnisse zu akzeptieren — wird es lieben.
Ein teures Resort buchen würde ich nicht. Die Insel dahinter bleibt dieselbe, egal wie schön der private Strandabschnitt aussieht. Lieber etwas mehr fürs Tauchen ausgeben und bei der Unterkunft einen soliden Mittelweg wählen.
Häufige Fragen zu Pulau Mabul
Über Semporna: Bus (günstig, ~12 Std. ab Kota Kinabalu) oder Flug nach Tawau + Straße nach Semporna; weiter per Boot (~45 Min), meist über Unterkunft oder Dive Shop organisiert.
Ehrlich gesagt: eher nein. Die öffentlichen Strände sind verschmutzt und die Insel ist dicht bebaut. Das Erlebnis lebt vom Tauchen und Schnorcheln. Für schöne Strände gibt es bessere Ziele.
Richtwerte: ~80 MYR pro Dive um Mabul, ~30 MYR pro Schnorcheltrip. Sipadan ist teurer und permit-limitiert — so früh wie möglich reservieren!
Das Mabul Backpackers ist sehr günstig, aber auch sehr basic — ich würde es nicht empfehlen. Ein Mittelklasse-Zimmer ist sinnvoller als entweder ganz billig oder ganz teuer. Teure Resorts lohnen sich nicht, weil die Insel außerhalb des privaten Strands dieselbe bleibt.
Grundsätzlich ja. Nachtfahrten per Boot vermeiden, Wertsachen nicht offen liegen lassen und Transfers immer mit der Unterkunft abstimmen.
Sipadan-Permits sind auf 120 pro Tag limitiert und werden über zugelassene Dive Operator vergeben. Am besten direkt bei der Unterkunftsbuchung nach einem Permit-Paket fragen — je früher, desto besser. Spontan klappt es selten.
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