Wanderung zum Kapuche Lake – dem niedrigsten Gletschersee der Welt

Wanderung zum Kapuche Lake

Der Kapuche Lake Trek ist eine wunderschöne, recht neue Wanderung zum niedrigsten Gletschersee der Welt. Er befindet sich in der Annapurna Region und ist vor allem bei einheimischen Touristen beliebt und deswegen noch sehr ursprünglich und nicht so überlaufen. Da er recht kurz ist, eignet er sich besonders zum Einstieg oder wenn man nur wenig Zeit zum Wandern zur Verfügung hat. Neben einer abwechslungsreichen Wanderung und wunderschönem türkisblauen Wasser, bekommt man einen Einblick in die Lebensweise der Gurung. Die Wanderung ist von Pokhara aus bestens zu erreichen.

Alles Wichtige auf einen Blick

Länge: 12,5 km pro Richtung. Da es kein Loop ist, läuft man die Strecke leider zweimal
Dauer: 4-5 Tage, davon fallen 2 Tage auf An- und Abfahrt
Schwierigkeit: leicht – mittel
Permits: ACAP und TIMS

Profil der Wanderung

Bus nach Sikles

Ablauf der Wanderung

Tag 1: Pokhara – Sikles

Die Wanderung zum Kapuche Lake selbst startet in dem Gurung Dorf Sikles, weshalb man den ersten Tag größtenteils in Verkehrsmitteln verbringt. Um von Pokhara nach Sikles zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten:
1. man mietet einen Jeep mit Fahrer
2. man nimmt den Bus
Da wir uns für den Bus entschieden haben, kenne ich die Preise für die Jeepmiete leider nicht. Diese ist aber definitiv deutlich teurer als der Bus und auch die Zeitersparnis soll nur minimal sein. Falls du auch mit dem Bus fahren möchtest, erkläre ich dir hier wie du das am Besten machen kannst:
Von Pokhara aus, muss man zunächst einen Bus nach Kahu Khola nehmen (50 NPR). Von dort aus gibt es täglich 1-2 Busse nach Sikles (400 NPR). Die Busse fahren nur vormittags und auch erst dann wenn sie voll sind, also sollte man sich am Besten nicht auf feste Zeiten einstellen.
Die Busfahrt selbst ist super interessant und auch abenteuerlich. Es geht über holprige Straßen, an steilen Abhängen entlang durch kleine Bergdörfer hinauf in das auf fast 2000m gelegene Sikles. Obwohl die Strecke nur ca. 40 km lang ist, dauert die Fahrt etwa 4 Stunden.
Wir sind auf der Hinfahrt in einen kleinen Schneesturm geraten, was aber daran lag, dass wir die Wanderung im Februar unternommen haben. Wir wissen bis heute nicht genau warum aber an einem besonders holprigen Straßenabschnitt sollten sich alle Fahrgäste auf die hinteren Sitzreihen verteilen. Mit Vollgas ging es dann über tiefe Schlaglöcher, wodurch mein Kopf eine kurze Bekanntschaft mit der Busdecke machte. Auf der Rückfahrt gab es dann keine Turbofahrten über Schlaglöcher.
In Sikles gibt es viele verschiedene Hotels und Homestays, ich würde empfehlen einfach durch den Ort zu laufen und zu gucken was einem gefällt. Durch den Schneesturm sind wir einfach in das erste Homestay gegangen, dass wir gesehen haben. Wir haben 1000 NPR pro Person bezahlt, mit inbegriffen ist das Zimmer und 3 Mahlzeiten und Getränke. Gekocht wurde mitten im Aufenthaltsraum auf einem offenen Feuer und zu essen gab es ganz klassisch Dahl Bat. Die Unterkünfte sind recht spartanisch und ursprünglich gehalten aber meiner Meinung nach, trägt genau das zum Charme bei. Wer sich auf eine heiße Dusche einstellt wird allerdings enttäuscht.

Tag 2: Sikles – Hugo Goth

Nachdem Tag 1 mit einem Schneesturm endete, wurden wir am Morgen von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Wir genossen auf der Terrasse unseren morgendlichen Tee mit Blick auf Annapurna II (7.937 m), Annapurna IV (7525 m) und Lamjung Himal (6983 m). Eine absolute Wohltat bei den Temperaturen. Nach einem kleinen Frühstück bestehend aus Reiscrackern und einem für uns gewöhnungsbedürftig frühem Mittagessen (10 Uhr und natürlich Dal Bhat) ging es Richtung Hugo Goth.

Der Weg führte über lange Hängebrücken, vorbei an Wasserfällen, viele Stufen rauf und runter, durch Waldstücke, vorbei an goldenen Gräsern und kleinen Erdrutschen und über eher wackelige Holzbrücken. In Hugo Goth wurden wir zunächst mit einer Tasse Tee begrüßt. Zum Abendessen gab es sehr leckeres Dal Baht. Anschließend ließen wir den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Tag 3: Hugo Goth – Kapuche Lake – Sikles

Der Tag startete um 6.30 Uhr mit einem kleinen Frühstück (Ei, Kekse und Tee). Um etwa 7 Uhr marschierten wir dann los zum Kapuche Lake. Die Wanderung dauert etwas weniger als 2 Stunden und geht ziemlich kontinuierlich bergauf durch ein Waldstück. Da wir auf diesem Streckenabschnitt nicht unsere Wanderrucksäcke tragen mussten, kam uns die Steigung aber nicht so schlimm vor. Da es am Tag vorher geschneit hatte, konnten wir auf dem Weg verschiedenste Tierspuren entdecken. Später wurde uns gesagt, dass der untere Abdruck der einer Großkatze ist, wahrscheinlich der eines Leopards. Irgendwie eine gruselige Vorstellung, dass solch ein Tier kurz vor einem selbst den Weg gekreuzt hat. Aber keine Sorge, da es ziemlich scheue Tiere sind, ist es sehr unwahrscheinlich einem Leoparden tatsächlich zu begegnen. Etwas aus der Puste kamen wir schließlich am Kapuche Lake an. Wow, einfach wunderschön, der Blick war atemberaubend. Zunächst standen wir nur da und guckten, wollten keine Bilder schießen sondern einfach nur genießen.
Da der See gefroren war, hatte er leider nicht seine typisch intensiv türkisgrüne Farbe für die er bekannt ist. Das ist nun einmal der Nachteil daran diese Wanderung im Februar zu unternehmen. Diese Jahreszeit hat aber auch einen riesigen Vorteil: Zum Ende des Winters, wenn es wärmer wird kommt es vermehrt zu kleineren Lawinen, die man dabei beobachten kann wie sie in den See fallen. Keine Sorge man steht nicht in der Gefahrenzone. Tatsächlich leitet sich der Name des Sees auch von den Lawinen ab: In der Sprache der Gurung bedeutet „Ka“ Eis oder Schnee, „Fu“ abbrechen und runterrutschen und „Che“ auf flachem Land landen. Zum Glück konnten wir die tolle türkisblaue Farbe ein Stück weiter bestaunen, wo der See in den Fluß übergeht.


Wir verbrachten etwa 2 Stunden am See, bevor wir uns auf den Rückweg nach Hugo Goth machten. Dort angekommen gab es erstmal Mittagessen. Kannst du dir denken was es zu essen gab? Richtig, es gab natürlich Dal Baht, wie sollte es auch anders sein. Da es nach dem Mittagessen noch recht früh war und wir uns fit fühlten, entschieden wir uns direkt nach Sikles zurück zu wandern. Ich muss gestehen zum Ende hin habe ich diese Entscheidung verflucht. Die Strecke war irgendwie länger als in meiner Erinnerung und es ging auch deutlich mehr bergauf als gedacht. Deswegen war ich wirklich glücklich als wir endlich wieder in Sikles waren. Die Wanderung lässt sich definitiv gut in 2 Tagen bewältigen, wenn man sich selbst als eher unsportlich beschreibt, würde ich aber noch eine Übernachtung in Hugo Goth empfehlen.

Tag 4: Sikles – Pokhara

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zurück nach Pokhara. Der Bus fährt nur 1-2 Mal pro Tag, daher am Besten mit der Unterkunft sprechen. Unsere Gastgeber haben mit dem Busfahrer telefoniert und die Uhrzeit abgeklärt und somit ging es für uns, nach einem kleinen Frühstück und frühem Lunch, um 10 Richtung Kahu Khola. Von dort aus fahren sehr regelmäßig Busse nach Pokhara.

Was benötige ich für eine Wanderung zum Kapuche Lake?

Zunächst einmal ist es wichtig zu erwähnen, das es zwischen den 3 Orten keine weiteren Siedlungen gibt, wo man sich mit benötigtem Material eindecken kann. Deswegen muss alles mitgebracht werden, was man für den jeweiligen Wandertag benötigt

  • Wasser! (Falls man eine Filterflasche hat, gibt es Möglichkeiten diese unterwegs aufzufüllen)
  • Snacks
  • warme Kleidung (je nach Jahreszeit kann es sehr kalt werden, in den Unterkünften wird nicht geheizt)
  • Offline-Karten-App (z.B. maps.me oder mappy.cz)
  • Stirnlampe oder Taschenlampe
  • Kamera
  • Festes Schuhwerk
  • ggf. Sonnencreme

Kapuche Lake auf eigene Faust oder mit einer Tour/ Guide?

Ganz klare Antwort – Auf eigene Faust! Die Wanderung ist relativ easy und ohne Guide oder Tour machbar. Die meiste Zeit gibt es nur einen Weg und an Weggabelungen befinden sich Wegweiser.

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